Die Geschichte spielt verrückt
Am Montag veröffentlicht er auf seinem Blog ein Abschiedsmanifest. Am Dienstagnachmittag geht er in den für Besucher um diese Zeit gesperrten Chor von Notre-Dame, legt einen Abschiedsbrief auf den Altar und erschießt sich. Er setzt damit, nur wenige Tage vor der nächsten Großkundgebung am kommenden Sonntag, ein Fanal. Am Abend des Suizids grölen Rechtsradikale vor der Statue von Karl dem Großen das Landsknecthtlied. In der politischen Folklore können wir es mit dem berüchtigten Lied eines anderen wild gewordenen Katholiken vergleichen. Es zittern die morschen Knochen.
Die Geschichte spielt verrückt. Der randalierende Mob vereinigt konservative Katholiken, Musime und Juden. Zusammen singen sie auf den Straßen von Paris die Marseillaise. Gegen Freiheit. Gegen Gleichheit. Gegen Brüderlichkeit. Kaum macht der Suizid die Runde, twittert Marine Le Pen, keine zwei Stunden später, ihren Respekt. Es folgen Reaktionen nackter Mordlust.
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