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Archiv für die Kategorie ‘Finanzkrise’

Das Wir hat nichts zu melden. Vielleicht aber doch.

1. Juli 2013

 

Pro captu lectoris habent sua fata libelli

 

Die Chronik eines angekündigten Skandals

Im Februar las sich Frank Schirrmachers Buch EGO DAS SPIEL DES LEBENS wie ein Kriminalroman, mit Anmerkungen und ausführlicher Bibliographie, überaus suggestiv erzählt. Was für ein Buch wäre daraus geworden, wenn der Autor tatsächlich einen Roman geschrieben hätte? Fünf Monate später ist klar, warum es gut war, das Sachbuch wie einen Reißer zu schreiben.

Die Kalkulation ist aufgegangen. Die Rezensenten, die am Buch und am Autor ihr Mütchen kühlten, könnten sich dazu veranlasst sehen, das Buch noch einmal mit anderen Augen zu lesen. Sie haben daneben gelegen, beckmesserisch, höhnisch und irgendwie auch etwas angefressen. Denn die Idee, die Geschichte der letzten 60 Jahre, sodann die jüngste Zeitgeschichte seit Ausbruch der Finanzkrise neu zu erzählen, hat sich als fruchtbar erwiesen. Mehr…

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Wirtschaftliche Macht und Demokratie

30. Juni 2013

Der Berliner Journalist Harald Schumann hielt diesen Vortrag am 13. März 2011 bei der Böll-Stiftung.

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Die ursprüngliche Akkumulation der nächsten Gesellschaft

25. November 2012

 

In England war die Leibeigenschaft im letzten Teil des 14. Jahrhunderts faktisch verschwunden. Die ungeheure Mehrzahl der Bevölkerung (190) bestand damals und noch mehr im 15. Jahrhundert aus freien, selbstwirtschaf- <745> tenden Bauern, durch welch feudales Aushängeschild ihr Eigentum immer versteckt sein mochte. Auf den größeren herrschaftlichen Gütern war der früher selbst leibeigne bailiff (Vogt) durch den freien Pächter verdrängt. Die Lohnarbeiter der Agrikultur bestanden teils aus Bauern, die ihre Mußezeit durch Arbeit bei großen Grundeigentümern verwerteten, teils aus einer selbständigen, relativ und absolut wenig zahlreichen Klasse eigentlicher Lohnarbeiter. Auch letztre waren faktisch zugleich selbstwirtschaftende Bauern, indem sie außer ihrem Lohn Ackerland zum Belauf von 4 und mehr Acres nebst Cottages angewiesen erhielten. Sie genossen zudem mit den eigentlichen Bauern die Nutznießung des Gemeindelandes, worauf ihr Vieh weidete und das ihnen zugleich die Mittel der Feuerung, Holz, Torf usw. bot.(191) In allen Ländern Europas ist die feudale Produktion durch Teilung des Bodens unter möglichst viele Untersassen charakterisiert. Die Macht des Feudalherrn, wie die jedes Souveräns, beruhte nicht auf der Länge seiner Rentrolle, sondern auf der Zahl seiner Untertanen, und letzre hing von der Zahl selbstwirtschaftender Bauern ab. (192) Obgleich der englische Boden daher nach der normännischen Eroberung in riesenhafte Baronien verteilt ward, wovon eine einzige oft 900 alte angelsächsische Lordschaften einschloß, war er besät von kleinen Bauernwirtschaften, nur hier und da durchbrochen von größeren herrschaftlichen Gütern. Solche Verhältnisse, bei gleichzeitiger Blüte des Städtewesens, wie sie das 15. Jahrhundert auszeichnet, erlaubten jenen Volksreichtum, den der Kanzler Fortescue so beredt in seinen “Laudibus Legum Angliae” schildert, aber sie schlossen den Kapitalreichtum aus. Mehr…

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“Wir befinden uns in einer vorrevolutionären Situation”

31. Juli 2012

 

Die Einschläge kommen näher.

Jetzt beendet Michael Hudson das Interview, das Nils Minkmar und Frank Schirrmacher mit ihm und Sahra Wagenknecht führen, mit diesem Befund. Nur zur Erinnerung: Die revolutionäre Situation hat Herr Uljanow mit folgenden Merkmalen beschrieben: die Herrschaft kann nicht mehr unverändert aufrecht erhalten werden, die Krise erzeugt einen Riss in der Gesellschaft, wachsende Not und Elend führen zu Unzufriedenheit und Empörung. Diese findet ihren Ausdruck in Massendemonstrationen, zivilem Ungehorsam bis hin zu Massenstreiks. Mehr…

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Über die Ohnmacht des Rechts

12. Juli 2012

 

Paul Kirchhof alarmiert. Sein Warnruf trägt den Titel “Verfassungsnot!” Er erliegt einem Irrtum. Das ist fatal. Warum? Kirchhof beschreibt die geltenden Normen, so wie man das von einem Verfassungsrichter a.D. erwarten darf. Er verkennt allerdings einen Sachverhalt, den kürzlich Gunnar Beck, ein realpolitisch geerdeter Jurist, ganz anders analysiert hat.

Denn was passiert, wenn geltendes Recht gebrochen wird und die für diesen Fall gedachten Sanktionen nicht wirksam werden, ja, nicht einmal die vorgesehene Beratung über ihre Anwendung auf die Tagesordnung der zuständigen europäischen Gremien gelangt? Mehr…

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