Revolution gegen die Lobby
Die heutige Videoansprache des Präsidenten ist die zeitgemäße Variante des Lutherschen "Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen!" (Übergehen kann ich allerdings nicht die Tatsache, dass das Posting auf whitehouse.gov zu Beginn die Überschrift trug: Remarks of Senator Barack Obama…)
Den Auftakt macht ein Satz wie aus der Lebensgeschichte eines fahrenden Ritters: Two years ago, we set out on a journey to change the way Washington works. Weg! Weg! Weg! So kämpft man heute gegen (bzw. für) Windmühlen. Ritter kennen keine Furcht vor Tod und Teufel. Ritter Obama nimmt seine Gegner mit Karacho an. Erinnert an sein Wahlversprechen des Wandels. In dieser Woche hat er geliefert: den ersten Haushaltsentwurf. Weniger Steuern für 95% der amerikanischen Haushalte. Investitionen in erneuerbare Energien. Ein preiswertes Gesundheitswesen für alle. Investitionen in Bildung.
Während die Washington watchdogs sich die Hände reiben beim Gedanken daran, wie der Haushaltsentwurf von der Lobby durch den Fleischwolf gedreht wird, um als minced meat in den Töpfen ihrer Geldgeber zu landen, steigt der Präsident selbst in den Ring, weil er weiß, dass sein Haushaltsentwurf nicht jedem schmecken wird. Nicht den großen Versicherungen. Nicht den Banken. Nicht der Öl- und Gasindustrie. Mögen sie sich für den bevorstehenden Verteilungskampf wappnen. "I know they’re gearing up for a fight as we speak. My message to them is this:
So am I."
Die Zeiten des minced meat Kleinklein für Großgroß sind also vorbei. Er arbeite für das amerikanische Volk und den bahnbrechenden Wandel, für den es bei den Wahlen gestimmt hat. Der bodysurfer im Weißen Haus hat das bipartisanship-Kreidefressen eingestellt. Der Secret Service sollte gut auf ihn aufpassen. Karikaturen atmen und ahnen die Mordlust.
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