Kollateralnutzen?
Bundesminister Dirk Niebel missbraucht sein Amt für die Pflege persönlicher Ressentiments. Vordergründig klingt das Vorhaben vernünftig: den zivilen Aufbau in Afghanistan mit dem Bundeswehreinsatz zu verknüpfen. In den letzten Monaten wurde berichtet, dass viele Aufbauhelfer aus Sicherheitsgründen ihre afghanischen Quartiere kaum mehr verließen, also buchstäblich ihre Aufgabe nicht erfüllen konnten.
Herr Niebel aber stellt den Sachverhalt auf den Kopf: "Wenn einige Nichtregierungsorganisationen eine besondere Bundeswehrferne pflegen wollen, müssen sie sich andere Geldgeber suchen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Herr Niebel hat keinen Umerziehungsauftrag. Nebenbei diskreditiert er eine vom eigenen Haus gerade erst mit großem Aufwand gestartete Kommunikationskampagne, die das zivilgesellschaftliche Engagement deutscher Hilfsorganisationen würdigt.
Die Flecktarnrhetorik der Militärs hat den Begriff des Kollateralschadens in Verkehr gebracht. Fallschirmjäger Niebel will durch sein Junktim offenbar Kollateralnutzen stiften. Der Flecktarn aber stimmt auch hier den Ton an.
Denn den Schaden haben andere. So sieht liberale Schadenfreude aus. Schäbig.


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