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Archiv für August, 2010

Angela Merkels Erinnerungen an die Zukunft

23. August 2010

Auf Murmeltiere ansitzen. Nach Gemsen spähen. Abends mit Joachim Sauer Herrn Putin nachäffen. Dann zurück zur Sommerlektüre: der Stalin-Biographie. Das müssen unterhaltsame Tage im Gebirg gewesen sein. Die Seele vom Machthaben baumeln und die Fassaden Fassaden sein lassen.

Zurückgekehrt aus dem Gebirg ist kein anderer Mensch, keine andere Kanzlerin, sondern die gleiche, die sie immer schon war. Mehr…

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Allgemein, Angela Merkels Rhetorik , , , ,

Wehklage der Heuchelei

21. August 2010

Die Flutkatastrophe in Pakistan führt in diesen Tagen ein Doppelleben: In den Medien des Westens wird lauthals darüber gewehklagt, die Katastrophe drohe die Leute in die Arme der Terroristen zu treiben. Tatsächlich beweist die Katastrophe, wie schändlich die pakistanischen Feudalherren über Jahrzehnte ihre Hintersassen behandelt haben.

Vorher hatten die Elenden nichts. Jetzt haben sie noch weniger als nichts. Die Wut darüber öffnet den Elenden die Augen für das Unrecht, dessen Opfer sie seit Jahrzehnten sind.

Das ist mit Almosen nicht ungeschehen zu machen. Die Hilfsprogramme können nackte Not lindern. Wenn darüber hinaus die Hilfe nur darauf zielt, den status quo ante wiederherzustellen. dann tritt genau das ein, was die Wehklage der Heuchler vom Dienst beschwört: die Elenden haben ein Bewusstsein ihres Elends gewonnen.

Das lassen sie sich nicht mehr nehmen.

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Merle Hazard: Double Dippin

17. August 2010

Der Musiker hat ein Näschen für ökonomische Kurven. Heute singt Merle Hazard (den Namen bitte vorsichtig aussprechen, dann wissen Sie Bescheid) "Double Dippin´", als habe er die sinkenden Erwartungen der ZEW-Umfrage vorhergeahnt.

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Allgemein, Finanzkrise

links vom 16. August 2010

16. August 2010

Im weissgarnix-Blog frage ich das Publikum: "Was wäre für die heutige deutsche Politik die abwegigste Forderung, die von allen Seiten sofort als irre verworfen wird? Und welche heute als realistisch geltende Politik kann vielleicht sogar der sogenannte gesunde Menschenverstand nur noch als irre bezeichnen?"

Vanity Fair bringt eine lange Reportage aus dem Alltag des amerikanischen Präsidenten. So wie Franz-Josef Strauß davon träumte, in Alaska Ananas zu züchten, dachte Obama mit seinem Stabschef Rahm Emanuel daran, auf Haiwaii T-Shirts zu verkaufen.

Die NZZ warnt vor dem Hindenburg-Syndrom: wenn bestimmte Patterns an einem Handelstage der NYSE auftreten, gehts ab in den Keller. Ob da was dran ist, wird sich zeigen.

""This is America, and our commitment to religious freedom must be unshakable. The principle that people of all faiths are welcome in this country, and will not be treated differently by their government, is essential to who we are"

Salon fasst die bisherige Geschichte um den Bau des Islamzentrums in der Nachbarschaft der WTC-Twin Towers zusammen.

Hier ein Überblick der Sonntagsausgabe der New York Times zum gleichen Thema.

"The Pakistani floods are more than just floods. They herald a potential regional catastrophe. Unless the West acts quickly, the situation could rapidly become too difficult to contain."

Ahmed Rashid warnt davor, dass die Flutkatastrophe aus Pakistan endgültig einen scheiternden Staat mit nuklearer Waffenkammer machen könne. Die bisher in Aussicht gestellten 15 Mi. € als deutsche Hilfe erscheinen etwas mickrig.

Louis Nayman erzählt, was community organizer und die Lehrergewerkschaft für Schulen in der Bronx erreichen konnten.

Paul Krugman räumt mit den Mythen auf, dass die Finanzierung der amerikanischen Sozialversicherung nicht gesichert sei. Zum gleichen Thema sprach Barack Obama am Samstag in seiner weekly address, denn die Social Security feiert gerade ihren 75. Geburtstag.

Chicago am Jangtse-Fluss: eine großartige Reportage über die größte Stadt der Welt, die fast kaum einer kennt: die 32-Millionen-Stadt Chongqing, die so schnell wächst, dass Karten, die frisch aus der Druckerei kommen, schon wieder veraltet sind.

Die Druckausgabe des heutigen SPIEGEL bringt ein Porträt des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, das ihm gefährlich werden kann: die Sommerferien haben gerade begonnen, so dass diese Geschichte erst im September hochkochen könnte. Dann wird sie seiner Kontrolle entgleiten.

Steht Detroit, die totgesagte Autostadt, vor einer Renaissance?

Der Economist berichtet über das Dilemma, vor dem die Demokratische Partei steht:

"The Democrats’ best hope, in Mr Cook’s view, lies not in courting the party base but in denigrating the Republicans. That may help to remind disillusioned supporters why they voted Democratic in the first place. It could also give wavering independent voters pause. But the tactic’s chief benefit may lie in dampening the support of Republican cadres for their party.

Indeed, the Democrats’ leaders seem to have adopted this strategy already. They are trying to frame the election as a choice between their reforms, however imperfect, and a return to the failed policies of Mr Bush. Mr Obama is likening the Republican Party to a driver who, having crashed into a ditch, waits for someone else to pull the car out and then asks for the keys back. It’s a far cry from “Yes we can”."

Zum Abschluss ein Video von der diesjährigen Aspen Konferenz, in dem Michelle Rhee ihre Erfahrungen als Lehrerin im TEACH FOR AMERICA Programm schildert. 

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Allgemein

Terror Babies? Die Lunatics feiern Hochsaison

16. August 2010

Die Abschaumblase gewinnt an Fahrt. Ich weigere mich, diese Blase eine Debatte zu nennen. Warum das so ist, zeigt das Video. Parallel zu der verfassungswidrigen Idee Nicolas Sarkozys, delinquenten Franzosen mit Migrationshintergrund die Staatsbürgerschaft abzuerkennen, wollen irre Republikaner den 14. Zusatz der amerikanischen Verfassung abschaffen.

Manchmal reicht es, die Irrren einfach sprechen zu lassen. Ein Beitrag zum Hundstage-Theater.

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