Archiv für 14. Dezember 2010

Die Afghanistan-Beglückung durch das Ehepaar zu Guttenberg erklimmt den Peinlichkeitsgipfel der deutschen Politik. Dieser Wahnsinn hat Methode. Bloß welche?
Ist es tatsächlich Ausdruck einer restaurativen Politik? Markiert der mediale Taumel einen Epochenbruch? Oder erklimmt der rhetorische Seifensieder die letzte Sprosse, bis alle endlich Hoppla schreien?
Die Bilder der Afghanistanbesuche des Bundesverteidigungsministers erzählen eine Putschgeschichte. Als hätte der Benneton-Photograph Toscani Regie geführt – mit dem diabolischen Ziel, den Zeichen den Sinn zu rauben und die Symbole durcheinander zu würfeln. Auf der Speisekarte des niederrheinischen Balkanrestaurants hieß der Eintopf "Suppe mit Allemdrin". Mehr…
Die Afghanistan-Beglückung durch das Ehepaar zu Guttenberg erklimmt den Peinlichkeitsgipfel der deutschen Politik. Dieser Wahnsinn hat Methode. Bloß welche? Ist es tatsächlich Ausdruck einer restaurativen Politik? Markiert der mediale Taumel...
admin Allgemein Karl-Theodor zu Guttenberg
Dahin geht ein Pate eines halben Jahrhunderts amerikanischer Außenpolitik, Geburtshelfer und Schutzpatron der American Academy zu Berlin, Vordenker des Unmöglichen (in allen Dimensionen) und deshalb naturgemäß auch zweifelhafte Primaballerina. George Packer porträtierte ihn im September 2009 für den New Yorker, in diesem Blog war er mehrmals Thema.
Erste Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier , hier , hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.
Seine Lebensgeschichte illustriert einen weltumspannenden Aspekt globaler Supermacht, den auch der größte doc-dump von wikiLeaks nicht verständlich machen könnte und dem gegenüber selbst sehr erfahrene Diplomaten der europäischen Mittelmächte wie subalterne Sachbearbeiter wirken.
Das beschönigt nichts. Wie könnte ich auch? Die Aporien globaler Macht zu denken, ihre Fallstricke zu erkennen (manche auch zu spannen), ohne dabei die politische Selbstbindung aufzugeben, das ergibt die Geschichte einer Jahrhundertfigur.
Dahin geht ein Pate eines halben Jahrhunderts amerikanischer Außenpolitik, Geburtshelfer und Schutzpatron der American Academy zu Berlin, Vordenker des Unmöglichen (in allen Dimensionen) und deshalb naturgemäß auch zweifelhafte Primaballerina. George...
admin Allgemein Richard Holbrooke
Ein Beispiel für Desinformation. Der Rhetorik-Blogger, schwer vergrippt und deswegen (so hört sich das Wort an, das Sie natürlich verstehen) schnafnos, hörte heute Nacht um zwei Uhr im Deutschlandfunk diese Nachricht:
Das zwischen US-Präsident Obama und den Republikanern ausgehandelte Steuerpaket hat die erste parlamentarische Hürde genommen. Der US-Senat beschloss mit 83 gegen 15 Stimmen, die Debatte zu beenden und in die formale Beratung über die Gesetze einzutreten. Damit dürfte heute oder morgen über die Regelungen abgestimmt werden. Das Repräsentantenhaus will sich am Ende der Woche damit befassen. Obama hatte sich mit den Republikanern darauf verständigt, zeitlich befristete Steuererleichterungen zu verlängern. Das war bei Teilen der Demokratischen Partei Obamas auf Kritik gestoßen, weil auch Besserverdienende davon profitieren. Im Gegenzug hatten die Republikaner zugestimmt, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes um 13 Monate zu verlängern.
Was stimmt da nicht? Was fehlt? Wie soll das ein deutscher Radiohörer verstehen, der nicht jeden Tag über andere Quellen seinen eigenen politischen Binnenpluralismus organisiert? Warum verschweigt der dlf, dass nicht nur linke Demokraten, sondern auch rechte Republikaner den Kompromiss vehement kritisieren? Warum hat sich die Redaktion dafür entschieden, den unbestimmten Begriff "Besserverdienende" zu gebrauchen? Immerhin geht es darum, Einkommensmillionären ein Zubrot von durchschnittlich 70.000 $ zu schenken – die ursprünglich von Obama vorgesehene Kappungsgrenze lag bei Einkommen in Höhe von bis zu 250.000 € – und das in einer Situation bereits extremer Vermögens- und Einkommensdisparitäten, schließlich ganz davon zu schweigen, was dieser insgesamt 858 Mrd. $ schwere Kompromiss über die sogenannten republikanischen Defizitfalken erzählt.
Und das war eine Nachricht aus dem Qualitätsflaggschiff des öffentlich-rechtlichen Rundfunks …
Ein Beispiel für Desinformation. Der Rhetorik-Blogger, schwer vergrippt und deswegen (so hört sich das Wort an, das Sie natürlich verstehen) schnafnos, hörte heute Nacht um zwei Uhr im Deutschlandfunk diese...
admin Allgemein
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