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Archiv für November, 2011

Sweet Poison

28. November 2011

Sasuke Uchiha amv.(Sweetest Poison) – MyVideo

Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagt: No sweet poison. Kein süßes Gift. Ihr habt zu lange an der Nadel gehangen. Das Geschäft geht so nicht weiter. Wo winkt die nächste Kundschaft? Ihr seid abgeschrieben. Grabt euch selbst aus dem Loch.

Ist das seine Botschaft? Ist es die Zerstörung der eigenen Währung wert, eine historische Enthaltsamkeitslektion zu erteilen? Worin steckt der pädagogische Eros einer solchen Kur? An welchem Restlehrstuhl für ökonomische Erziehungswissenschaft wird so etwas gelehrt? Heute Morgen hören wir aus der Ferne einen Satz für die Geschichtsbücher:

If the E.C.B. isn’t careful, someday we’ll talk about how great a job it did of protecting the euro right out of existence.

Schutz und Trutz ins Nichts. Mehr…

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein ,

Die Bambivalenz des Barons – eine Katzengoldlegende

24. November 2011

 

Die legenda aurea des Jacobus de Voragine ist das religiöse Volksbuch des Mittelalters. Es versammelt die Lebensgeschichten der Heiligen, ein Bestseller, fast so alt wie die Familie zu Guttenberg.

Giovanni di Lorenzo scheint mit dem Interviewbuch VORERST GESCHEITERT nicht weniger vorzuhaben als der Erzbischof von Genua. Die Methode und das Ziel liegen auf der Hand.  Ich lese heute Morgen Auszüge aus dem Interviewbuch. Die Erzählung, denn das ist es, erinnert mich auch an den Roman Yapoo des Japaners Shozo Numa, der in einer nicht so fernen Zukunft nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielt und in dem eine Sklavenrasse ihrer Herrschaft in jeder nur erdenklichen Weise zu dienen entschlossen ist. Sie überwinden die Tücken ihrer leiblichen Natur, verwandeln ihre Körper in Sitze, in Decken, in alles und nichts, alles für das Wohlbefinden der Herren. Gefügigste Verfügbarkeit. di Lorenzo spielt Yapoo für zu Guttenberg und beginnt den Vorabdruck des Interviews mit der investigativen Aura eines Bettvorlegers.

Warum jetzt? Mehr…

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein

In eigener Sache

23. November 2011

Gestern erschien in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dieser Beitrag zum ARD-Sendeplatz  "Börse im Ersten".

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Scharaden

23. November 2011

Über Tyler Cowen stoße ich heute Morgen auf diese Graphik.

Die Kurve illustriert die zunehmenden Anleihenkäufe der EZB im letzten Halbjahr. Die Reaktionen darauf reichen von "ach, das fällt doch nicht ins Gewicht" über "Heiliger Strohsack, die haben ja tatsächlich was gemacht" bis "Was sind die Ankäufe wert, wenn die Botschaft fehlt, was sie künftig im Schilde führen".

Das Verrückte daran ist: So wirkt das nicht nur nicht. Das deutsche Abrakadabra "wehret den Anfängen" funktioniert wie ein Eiserner Vorhang, hinter dem munter weitergeht, was für verboten oder für nicht existent oder für kaum der Rede wert befunden wird. So ist es dann auch. Nicht die Ankäufe wirken auf die sogenannten Märkte, sondern das in die Irre führende rhetorische Theater.

Die Folge: Die Märkte nehmen beides nicht ernst.

update

Stephan Ewald weist mich gerade auf diesen Beitrag hin. Sein Titel, dass Deutschland den falschen Krieg führe, trifft den gleichen Sachverhalt. In der Tat führt das Land einen unerklärten Krieg gegen Europa unter dem Vorwand, Europa vor dem nächsten Krieg zu retten.

Crosspost von wiesaussieht

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein, Politische Rhetorik ,

So siehts aus: Breaking News

18. November 2011

 

Henry informiert heute Morgen bei Crooked Timber, wie es sich leibhaftig anfühlt, wenn überall in Europa Deutsch gesprochen wird. Er informiert darüber, dass eine irische Beschlussvorlage über zu erhöhende Steuern auf dem Umweg über den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags geleakt wurde.

This story highlights the political awkwardness of the current European political dispensation. The German Bundestag’s Finance Committee apparently knows more about the Irish government’s economic plans than the Irish public or, indeed, the Irish parliament.

So sieht das aus, wenn Rettung nach gusto Germaniae politisch gespielt wird.

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