Archiv

Archiv für Juni, 2012

Das Museum der gescheiterten Produkte

17. Juni 2012

Wir finden es in Ann Arbor, dem Leuchtfeuer der empirischen Sozialforschung. Ein Outlet der Nürnberger GfK. Sie sammeln dort Sachen wie Joghurt-Shampoo oder was für besonders ölige Haare, die Frühstücks-Pepsi, koffeinhaltiges Bier (Wachmacherschnarchdrink), sich selbst erhitzende Suppendosen mit der unangenehmen Eigenschaft, den hungrigen hoffnungsvollen Suppenessern um die Ohren zu fliegen, Pfefferminzdrops, die dummerweise verpackt waren wie die kleinen Crackpäckchen der Straßendealer, ganz zu schweigen von den Glückskeksen für Hunde, die sich bekanntermaßen danach verzehren, das Horoskop für die nächsten drei Minuten von ihren Herrchen vorgelesen zu bekommen.

Hunde leben nicht von der Antizipation, sondern im Hier und Jetzt. Die Menschen sind kaum anders. Mehr…

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Jon Stewart on Obama´s Kill List

15. Juni 2012

Glück unter Kontrolle

12. Juni 2012

 

Auch das Glück scheint längst nicht mehr, was es mal war. Einer dieser Augenblicke, die über dich kommen, flüchtig, rätselhaft. Es macht dich vielleicht ungläubig. Warum jetzt, nicht vorgestern? Warum ich, nicht er? Das Flüchtige des Glücks hat der griechische Bildhauer Lysippos in Stein gehauen.

Kairós war ein Sascha Lobo der Antike. Geschorener Schädel mit Iro, noch nicht hochgegelt. Lobo ließe sich besser packen als die antike Inkarnation des günstigen Augenblicks. Lobos Geheimnis ist, dass er selbst jede gute Gelegenheit im Flug ergreift, indem der Augenblick selbst zum Greifer wird. Mehr…

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Der Berliner Blaumilchkanal

7. Juni 2012

 

Planerische Perfektion. Im Detail akkurat besinnungslos. Der Laden ist fertig. Es könnte losgehen. Ob mit oder ohne Beregnung und Rauchabzug spielt für diesen Vollzug keine Rolle.

Monate, wenn nicht Jahre vor der Inbetriebnahme des Berliner Großflughafens ist der Abschiebeknast betriebsbereit. Das brandenburgische Innenministerium sagt, das Internierungslager für Asylbewerber könne schon diesen Juli loslegen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bezieht die neuen Diensträume. Stolz ist man auf die Zusammenarbeit mit der “Sicherheitsfirma” B.O.S.S., deren Akrostichon-Name wie von dem Corporate Identity Berater Ge.Or.Ge. OrWell ersonnen wirkt.

Wen sollen sie reinlassen? Wen abschieben? Wer stellt sich freiwillig für Übungen im Willy-Brandt-Abschiebeknast?

Das hiesige Personal des Bundesamtes kann nun viele Monate Reise nach Jerusalem spielen. Jeden Tag einen Stuhl weniger. Das nötigt das Personal dazu, sich selbst auszuschaffen. Aus dem eigenen Laden. An jedem nächsten Ersten winkt neues Spiel, neues Glück. Übrig bleibt, wer bei diesem Spiel im Lauf von neun Monaten die meisten Kollegen ausgeschafft hat.

Aus der Vorhölle kräht Peter Boehnisch, das sei eine schöne Exklusivkooperation mit der SUN für eine Serie mit Hunnenwitzen.

Ein Platz an der Sonne.

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Rückwärts

5. Juni 2012

Schade, dass diese Trainingsmethode aufs Laufen beschränkt ist.

Reversible Biographien, reversible Politik, reversible Rhetorik: Man spezialisierte sich auf das ungeschehen machen.

(hat tip for the link to Andrew Sullivan )

 

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