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Archiv für November, 2012

Gefährliches Denken

27. November 2012

Schon ein bisschen älter, deswegen nicht uninteressant. Ich poste es hier zur Wiedervorlage in einem anderen Zusammenhang. Dank für den Hinweis.

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein

Die ursprüngliche Akkumulation der nächsten Gesellschaft

25. November 2012

 

In England war die Leibeigenschaft im letzten Teil des 14. Jahrhunderts faktisch verschwunden. Die ungeheure Mehrzahl der Bevölkerung (190) bestand damals und noch mehr im 15. Jahrhundert aus freien, selbstwirtschaf- <745> tenden Bauern, durch welch feudales Aushängeschild ihr Eigentum immer versteckt sein mochte. Auf den größeren herrschaftlichen Gütern war der früher selbst leibeigne bailiff (Vogt) durch den freien Pächter verdrängt. Die Lohnarbeiter der Agrikultur bestanden teils aus Bauern, die ihre Mußezeit durch Arbeit bei großen Grundeigentümern verwerteten, teils aus einer selbständigen, relativ und absolut wenig zahlreichen Klasse eigentlicher Lohnarbeiter. Auch letztre waren faktisch zugleich selbstwirtschaftende Bauern, indem sie außer ihrem Lohn Ackerland zum Belauf von 4 und mehr Acres nebst Cottages angewiesen erhielten. Sie genossen zudem mit den eigentlichen Bauern die Nutznießung des Gemeindelandes, worauf ihr Vieh weidete und das ihnen zugleich die Mittel der Feuerung, Holz, Torf usw. bot.(191) In allen Ländern Europas ist die feudale Produktion durch Teilung des Bodens unter möglichst viele Untersassen charakterisiert. Die Macht des Feudalherrn, wie die jedes Souveräns, beruhte nicht auf der Länge seiner Rentrolle, sondern auf der Zahl seiner Untertanen, und letzre hing von der Zahl selbstwirtschaftender Bauern ab. (192) Obgleich der englische Boden daher nach der normännischen Eroberung in riesenhafte Baronien verteilt ward, wovon eine einzige oft 900 alte angelsächsische Lordschaften einschloß, war er besät von kleinen Bauernwirtschaften, nur hier und da durchbrochen von größeren herrschaftlichen Gütern. Solche Verhältnisse, bei gleichzeitiger Blüte des Städtewesens, wie sie das 15. Jahrhundert auszeichnet, erlaubten jenen Volksreichtum, den der Kanzler Fortescue so beredt in seinen “Laudibus Legum Angliae” schildert, aber sie schlossen den Kapitalreichtum aus. Mehr…

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein, Finanzkrise , ,

Shit happens

14. November 2012

Wer hätte das gedacht? Aber auf diese Formel kann man die Einstellungen der robusten Pragmatiker reduzieren. Nils Minkmars Artikel über Barack Obama erinnert daran, wies aussieht, was auf dem Schreibtisch des Präsidenten landet, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, die alle unerfreulich sind, vor diesem Hintergrund ist so ein gelernter Eisenbeißer wie Josef Joffe natürlich eine gute Besetzung im Kontrast zu einem Journalisten, der den Boden unter den Füßen verloren zu haben scheint, seit er mit Ahmadinedschad ein unsägliches Interview geführt hat, trotzdem kann man Claus Kleber irgendwie auch sympathisch finden, wenn er wie ein Zwitschernewbie was von seinem Schal erzählt und dass er sich in der Wahlnacht in Washington den Asch abfror, dritter Frühling, gute Basis für Bücher, die einen einzigen Zweck erfüllen: mangels Gedankenlosigkeit der Käufer auf dem weihnachtlichen Geschenketisch zu landen und bei den Beschenkten ein kaum unterdrückbares ewiges Gähnen auszulösen: warum muss ich mich nun auch noch dafür bedanken, dieses Buch mag ihm sogar Mühen bereitet haben (oder Freude), es ist völlig egal, es ist so überflüssig wie ein Kropf, und dann erzählt Joffe was darüber, dass der Club of Rome vor 30 Jahren …, noch so ein Phänomen alter Männer, dass sie die Jahrzehnte, die sie hinter sich haben, unterschlagen, weil sie unterm Testosteronsturm (medikamentös aufgepeppt) immer noch wie junge Bisons durch die Prärie stürmen, aber dann kommt die Erinnerung an das Bild der Erde, wie sie vom Mond aus aussieht, eine Welt, aus der ihren Insassen, vom Astronauten abgesehen, kein Entkommen möglich ist, egal ob Du in San Quentin oder Fuhlsbüttel oder im Grunewald einsitzt, und noch keiner in der Runde weiß was davon, dass dem misslungenen Kandidatenstart Peer Steinbrücks der nächste Pepitashitstorm bevorsteht, weil er die allen Bundestagsabgeordneten zustehende Bahncard für seine Reisen zu Vorträgen gebraucht hat, die ihn nicht als Imker oder Schachspieler oder Schnappatmer eingeladen haben, sondern als der, der er ist, ein prominenter Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag, aber was soll das auch, wenns der Frau Maischberger mit Blick auf die Uhr ihrer Sendung darum geht, die Gäste wie das Publikum um die Welt zu hetzen, dabei gäbe es ein viel schöneres Beispiel, der Idee Jules Vernes zu folgen, nämlich diesen Blog.

Die Maßstäbe sind weg. Welche? Genau diese Frage blieb ungestellt.

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Allgemein

Shit happens

14. November 2012

 

Wer hätte das gedacht? Aber auf diese Formel kann man die Einstellungen der robusten Pragmatiker reduzieren.

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Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein

Eine riesengroße schwarze Null

5. November 2012

Was von der letzten Nacht bisher bekannt ist, reicht aus für die nächste Saison. Gehen wir an das Thema zum Auftakt nur über die Bilder: Dass auf dem spon-Aufmacher der Vertreter der kleinsten Regierungspartei aussieht wie der größte, der Generalsekretär der größten Regierungspartei wie ein Malocher frisch aus dem Pütt und der Meister des Intrigantenstadls wie ein bayrisches Feuilleton-Bambi (kratzt an der Tür für einen Assistentenstuhl in der Mittelstraße) wirkt auf mich wie eine paradoxe Intervention. Die erste Reaktion, protestantisch trainiert: Das kann/darf nicht wahr sein, die Bilder trügen. Die zweite ist vorsichtiger: Was wäre, wenn die Bilder tatsächlich etwas erzählen? Nur was? Mehr…

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