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Archiv für Juli, 2013

Aufruhr und Biedermeier in der Bananenrepublik

19. Juli 2013

 

Macht hat ein Interesse am Selbsterhalt. So banal das klingt, so dramatisch verändert sich die Technik, mit der dieses Ziel heute verfolgt und realisiert wird. Sie schießt ins Kraut und kommt über die Krauts. Die Krauts reagieren auf die Machthaber und ihre Technik, wie ein ehemaliger amerikanischer Botschafter maliziös anmerkt, wie die Kinder. Veranstalten Tamtam, bedrängen die kühle Kanzlerin, verschlüsseln ihren Kram. Darüber diskutierten gestern bei Reinhold Beckmann Constanze Kurz, Hans Leyendecker, Frank Schirrmacher und Ranga Yogeshwar. Frank Lübberding schrieb die Frühkritik und brachte mich ins Grübeln. Mehr…

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Jacob Appelbaum bei Jung & Naiv

16. Juli 2013

Jacob Appelbaum, Internet-Aktivist und Journalist, ist zur Zeit in Berlin. Tilo Jung, den ich bei seinem Projekt "Jung & Naiv" unterstütze, sprach mit ihm am vergangenen Sonntag auf dem Gelände der Lok-Station Schöneberg über Vertrauen, Misstrauen, den Überwachungsstaat und über Edward Snowden.

Netzpolitik hat für eilige Besucher wichtige Zitate aus den Interviews transkribiert.

 

 

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Rüde Rede, robuste Rhetorik: Sprache im Wahlkampf

12. Juli 2013

 

Hier der Vortrag, den ich am 12. Juni 2013  zum Abschluss der Tagung Wahlkampfstrategien 2013: Das Hochamt der Demokratie gehalten habe. Am 11. Juli erschien in der FAZ eine für den Druck gekürzte Fassung des Vortrags. Die Leserkommentare bezeugen scharfe Kritik von Anhängern der "Alternative für Deutschland". Sie erliegen einem Irrtum, der schon im Namen ihrer  Partei angelegt ist. Sie beschwören, eine Alternative zu sein, halten das eigene (magere) Programm allerdings für alternativlos. Mehr…

Allgemein, Politische Rhetorik, Wahlkampf

Relevanz und Wahn

9. Juli 2013

Die Geschichte Edward Snowdens führt mich heute Nachmittag auf einen Artikel der amerikanischen Economist-Redaktion. Democracy in America ist einer ihrer lesenswerten Blogs.  Kurz vor seinem Fazit holt der Autor weit aus, in einer an Orwell erinnernden dystopischen Suada:

In order to maintain a legitimising democratic imprimatur, it is of course important that a handful of elected officials be brought into the anteroom of the inner council, but it’s important that they know barely more than that there is a significant risk that we will all perish if they, or the rest of us, know too much, and they must be made to feel that they dare not publicly speak what little they have been allowed know. Even senators. Even senators must fear to describe America’s laws to America’s citizens. This is, yes, democracy-suppression, but it is a vitally necessary arrangement. It keeps you and your adorable kids and even your cute pet dog alive.

Der Sicherheitsapparat hat übernommen. Nicht sich selbst, sondern die letztinstanzliche Auslegung des Rechts. Den Rest wollen Sie nicht wissen, wenn Ihnen das Leben Ihres Hundes noch etwas bedeutet. Mehr…

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Konvergente Evolution. Eine Parabel

9. Juli 2013

Wer hätte gedacht, von tropischen Motten zu lernen, heißt siegen zu lernen? Aber so könnte es sein.

Die Motten gehören zu den Lieblingsspeisen der Fledermäuse. Ihr wisst schon, diese unersättlichen Biester. Sie saugen nicht nur Blut. Manchmal steht ihnen der Sinn nach leichtestem Flausch. Ihre spitzen Schreie sind für uns unhörbar. Katzen und Hunde sehen bzw. hören das allerdings anders und werden darüber fast irre. Ich sah einmal eine Katze wie in einem drehschwindelartigen Anfall von Veitstanz in die Höhe springen und schon hatte sie mit einer ihrer Schleppnetztatzen die ultrasirrende Fledermaus am Wickel. Mehr…

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