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CSU seehofert

Das lange Wochenende gibt den Meinungsmachern in Amerika Gelegenheit, Punkte zu machen, abgefeimte Bilder oder Begriffe für die abgelaufene Woche zu prägen, die anderen in Schlamm zu tauchen. Manchmal kommt dabei ein treffender Begriff in die Welt. Dieses Mal prägte ihn Senator Lindsey Graham, Republikaner aus South-Carolina.  In der CBS-Sendung "Face the Nation" sagte er: "Don´t Rumsfeld Afghanistan!"

Salopp gesprochen, will er nicht den Fehler wiederholen, mit dem Rumsfeld den Irak-Krieg "gewonnen" hat. Er setzt darauf, dass das Pentagon bald den Kongress um mehr Truppen für AfPak bitten wird.

Versuchen wir, die Sprachregel von Senator Graham auf die hiesige Politik zu übertragen, etwa am Beispiel der CSU. Die ist jetzt seehofert. (Das Spiel ist nicht neu.)

Wer hätte gedacht, dass Schwerenöter Seehofer auch ein Held des Rückzugs ist? Während er lautstark seinen Lieblingskoalitionspartner (den mit den Filzlatschen) ein "Sensibelchen" nennt, hat die bayerische Staatsregierung klammheimlich die Klage gegen das sogenannte Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz zurückgezogen. Und das schon vor über vier Wochen.

So etwas könnte man auch erzwungenen Wandel durch Annäherung nennen. Daher der Hieb gegen das Sensibelchen.

Dabei muss man nur versuchen, die Bezeichnung dieses Gesetzes zu verstehen: Lebenspartnerschaftsergänzung, oder vielleicht auch Lebensabschnittspartnerschaftsergänzung.

Dagegen kann die kleinste Partei in der jetzigen und vielleicht auch in der nächsten Regierung nichts haben – solange sie weiter krakeelen darf.

Warum fällt der CSU die  Anerkennung der Wirklichkeit so schwer? Weil ihr fränkischer Bundesliebling so parfümiert redet? Das ist ein anderer Fall.

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