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Frost Over the World: Interview Julian Assange

Sir David Frost interviewt für Aljazeera Julian Assange. Das Interview berührt eine Reihe von Fragen zum Selbstverständnis und zur Praxis von Wikileaks:

Was ist ein Geheimnis, was konstituiert ein Geheimnis? Zu welchen Zwecken? In welcher Relation zu zugänglichem Wissen? In welcher kontextuellen Relation zu zugänglichem Wissen?

Was konstituiert das weltweite Interesse an Wikileaks und an der Offenlegung von Geheimnissen? Cui bono?

Was ist Missbrauch von Macht? Wo verläuft die Grenze zwischen Missbrauch von Macht und dem legitimen Gebrauch von Macht?

Wie verstehen sich Medien gegenüber der Praxis von Wikileaks? Was unterscheidet "einen Abgrund von Landesverrat" von dem selbstverständlichen Gebrauch der Meinungsfreiheit? Was passiert, wenn Meinungsfreiheit mit Spionage gleichgesetzt wird?

Die Klassifizierung von Geheimnissen verläuft fast parallel (jedenfalls in der Praxis der Obama-Regierung) zur Begründung neuer Routinen der Offenlegung  (open government) und einem weniger restriktiven Umgang mit den Grundsätzen der Informationsfreiheit.

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  1. ceteris
    23. Dezember 2010, 22:29 | #1

    Also 24min Assange ziehe ich mir nicht rein, das ist ja nanuk-artig hier, nur noch zeitraubender.
    Darum nur meine ungewaschenen Antworten auf die gestellten Fragen:

    Was ist ein Geheimnis, was konstituiert ein Geheimnis?
    Der eigene Vorteil aus dem Unwissen der anderen.

    Was ist Missbrauch von Macht?
    Ihr Gebrauch zum Nachteil derjenigen, die sie verleihen.

    Wie verstehen sich Medien gegenüber der Praxis von Wikileaks?
    Gar nicht. Medien verstehen sich nicht, die tun nur so, bzw. ist die permanente Selbstthematisierung Teil des Business. Gilt übrigens auch für Blogs.

  2. Golem
    25. Dezember 2010, 17:35 | #2

    @ ceteris
    Ich habe es denn doch zuende geschaut, weil meine Katze so langestreckt und fein vor dem Display schnurrte. Normalerweise verhindert sie, dass ich bewegte Bilder an der Maschine schaue. Sie hasst es. Wenn man die letzten ‘Auftritte’ bei seiner Einreise in GB anschaut, sieht man da einen anderen, einen zuversichtlichen Aktivisten. Im Interview mit AJ wirkt er nahe am Wasser gebaut und desillusioniert, ja verzwiefelt. Ich nehme an, er hat ein Medikament verschrieben bekommen. Er hat Schwierigkeiten mit den Sprechappart zu koordinieren und verschluckt sich an der eigenen Spucke. Vielleicht begreift er jetzt erst richtig, dass er sich ein Gravitationsfeld begeben hat, in dem ‘positive’ Polarität keine Wirkung mehr zeitigt.Er muss doch gewusst haben, dass ‘Demokratie’ und ‘Rechtsstaatlichkeit’bei Bedarf und mit wachsender Begeisterung einen Dreck wert sind. Das Interview hinterlässt in mir fast ausschließlich, auch nachdem ich gestern die lange Tucholsky-Nacht im D-Radio K hörte, jahresendzeitlich bedingten Jammer.

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