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Hütchenspiel going Nobel

Der Friedensnobelpreis für die Europäische Union wirkt auf mich wie ein Maskenball.

Es ist nicht ausgemacht, wer dieses Mal ins Gras beißt. Benoit Majerus verweist auf einige historische Daten der EU-Prähistorie:

At least since the publication of Alan Milward’s The European rescue of the nation-state3, we should know that at beginning of the European integration one finds very egoistic, nationalist arguments. France wanted to control the German coal and steel production. West Germany wanted to reintegrate the international community: the Schuman plan was the solution. One could argue that the European Coal and Steel Community was the continuation of war by other means, to use a slightly changed aphorism of Carl von Clausewitz.

Das Auseinanderbrechen Jugoslawiens ist bis auf den heutigen Tag ein europäischer Stellvertreterkrieg der hybriden "Friedensmacht".

Wie die EU sich vor dem Drehschwindel bewahrt, illustriert die Dankesrede von Herman Van Rompuy und José Barroso:

Hier kommt die „Geheimwaffe“ der Europäischen Union ins Spiel: eine einzigartige Methode, unsere Interessen so eng miteinander zu verknüpfen, dass ein Krieg nahezu unmöglich wird. Durch ständige Verhandlungen zu immer mehr Themen zwischen immer mehr Ländern.

Das Misstrauen gegen einander, die disparaten Interessen, die Einzelabsprachen in den Gebetsgesprächen, halten das Gleichgewicht in einer Art von Schwebe, die selbst auf erprobte langjährige Beobachter immer toxischer wirkt. Vielleicht hat die Bundeskanzlerin recht mit ihrem Mantra, dass es kein Schwert, keinen gordischen Knoten, keine "große" Entscheidung gibt, die das Interessengeflecht zugleich beachtet und eine Lösung der Krise herbeiführt.

Das Geflecht hat als Selbstzweck überlebt. Die Preisverleihung in Oslo war ein Requiem (im Wartestand).

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