Archiv

Artikel Tagged ‘Bob Herbert’

Roosevelts Neid

18. Januar 2011

Der Rhetorik-Blogger meldet sich zurück. Zu blöd, dass eins der interessantesten Ereignisse der politischen Rhetorik ausgerechnet in die Woche fiel, in der ich offline war. Alle DSL-Provider, alle, sind im "Land der Ideen" zwar unentwegt damit beschäftigt, irreführende Werbung zu verbreiten. Wenn es aber ans Liefern geht, verweisen sie auf das Kleinstgedruckte.

Kurz, ich bin noch längere Zeit nur eingeschränkt arbeitsfähig, versuche daraus aber so viel wie möglich zu machen.

Zur causa Tucson wurden auch die üblichen Verdächtigen wieder sichtbar, also zum Beispiel so ein Korrespondent eines ehemaligen Nachrichtenmagazins, dem man – bisher nicht strafbewehrt -  attestiert hat, dass er bei anderen ohne Quellenangabe abschreibt. Obama sei so halbwegs der Anforderung an einen Präsidenten gerecht geworden. Dazu bezieht der Mann sich auf einen erzreaktionären Knochen als Kronzeugen. Unter anderen medienrechtlichen Vorzeichen nannte man so etwas früher Binnenpluralität.

Ich mache es mir einfacher. Das ist Blödsinn. Charles Krauthammer als politischer Kronzeuge ist ungefähr so glaubwürdig wie ein CSU-Meineidbauer. Mehr…

Allgemein, Politische Rhetorik , , , ,

Watch, Wonder, Worry

8. November 2010

Ein Rückblick auf die Kongresswahlen der letzten Woche. Hendrik Hertzberg fasst im New Yorker dieser Woche skeptisch zusammen, was von der amerikanischen Politik in den beiden kommenden Jahren zu erwarten sei:

"…the world will watch, wonder, and worry."

Nebenbei erwähnt er, was es nicht in die hiesigen Medien geschafft hat, dass die 53%, die die Demokraten bei den Kongresswahlen des Jahres 2008 gewannen, auf 120 Mio. abgegebenen Stimmen beruhten. Die 53%, die die Republikaner letzten Dienstag gewannen, beruhten auf 75 Mio. abgegebenen Stimmen. Die beiden Zahlen illustrieren die Größe der Enthusiasmuslücke, die die Demokraten nicht schließen konnten. Mehr…

Allgemein, Finanzkrise, Politische Rhetorik , , ,

So much, so fast

22. August 2009

Bei seinem OFA-Forum hatte Obama am Donnerstag darüber gespottet"There’s something about August going into September — (laughter) — where everybody in Washington gets all wee-weed up.  (Laughter.)  I don’t know what it is.  (Laughter.)  But that’s what happens."  Was immer das tatsächlich im slang bedeutet, lassen wir jetzt mal beiseite. Aber keine 24 Stunden später gab es diesen Eintrag im Urban Dictionary.

Das Sommertheater kommt auf immer höhere Touren, während Obama in die einwöchigen Ferien auf Marthas Vineyard aufbricht. Zu Recht moniert Paul Krugman rhetorische und strategische Schwächen Obamas. Dessen Editorial in der New York Times und einige Antworten in einem Radio-Interview kamen erstaunlich technokratisch und abgehoben über die Rampe.

Und dann erschien gestern dieser neunmalkluge Beitrag in politico, der nach dem Muster, was wäre wenn argumentiert und aus dieser tiefsten aller Weisheiten zu einem nicht sonderlich überraschenden hätte, sollte und könnte kommt.

Obama ist geschlagen mit solchen Unterstützern. Dabei machte sein Forum mit den Graswurzlern eher den Eindruck, als sei er längst in der Richtung unterwegs, die seine "Freunde" von ihm fordern. Natürlich macht er es zu einer nicht nur ökonomischen, sondern zur überaus moralischen Frage, dass es nicht tolerabel sei, wenn 47 Mio. Amerikaner keine Krankenversicherung haben. Er macht auch den jungen Amerikanern klar, dass sie sich versichern müssen, wenn das Gesetz in Kraft tritt: "we don’t want to treat you in the emergency room where everybody else has to subsidize you if you get hit by a truck." Diese Kaskade schneller einsilbiger Worte bringts auf den Punkt

Damit wird Obama nicht zum obersten Policenverkäufer für die amerikanischen Krankenversicherungen. Aber weil diese gerne 47 Mio. neue Kunden bekommen, halten sie still, zeigen ihre Muskeln nur über ihre hohen Spenden für die Reformgegner. Sie hedgen ihre Risiken, machen sich damit politisch angreifbar. In Rahm Emanuels Schachspiel dürfte auch dieser Zug antizipiert worden sein.

Bob Herbert ordnet das Theater in seinem heutigen Kommentar schön ein: "It’s possible that we’ve been without mature leadership for so long that it’s difficult to recognize it when we see it. Mr. Obama has proved the naysayers wrong time and again. But if it turns out that this time he’s wrong, hold onto your hats. Because right now there is no Plan B."

 

Allgemein, Gesundheitsreform , , , , ,

Weitsicht

17. Februar 2009

Der bodysurfer gab letzte Woche Interviews"My job is to help the country take the long view – to make sure that not only are we getting out of this immediate fix, but we ´re not repeating the same cycle of bubble and bust over and over again".

Bob Herbert berichtet weiter: "Near the end of the interview, the president said that there are certain moments in history when significant change is possible. “It’s not a certainty,” he said, “but it’s possible.” He said he believed that it’s very difficult for any single individual to actually set that kind of “momentum” for change in motion. But when that historical wave is there, he said, “I think you can help guide it.”

Allgemein, Politische Rhetorik ,