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Artikel Tagged ‘Frank Schirrmacher’

Information als Fetisch

4. September 2013

Auf das Thema komme ich zurück.

Abwehrzauber, aggiornamento, Allgemein

Aufruhr und Biedermeier in der Bananenrepublik

19. Juli 2013

 

Macht hat ein Interesse am Selbsterhalt. So banal das klingt, so dramatisch verändert sich die Technik, mit der dieses Ziel heute verfolgt und realisiert wird. Sie schießt ins Kraut und kommt über die Krauts. Die Krauts reagieren auf die Machthaber und ihre Technik, wie ein ehemaliger amerikanischer Botschafter maliziös anmerkt, wie die Kinder. Veranstalten Tamtam, bedrängen die kühle Kanzlerin, verschlüsseln ihren Kram. Darüber diskutierten gestern bei Reinhold Beckmann Constanze Kurz, Hans Leyendecker, Frank Schirrmacher und Ranga Yogeshwar. Frank Lübberding schrieb die Frühkritik und brachte mich ins Grübeln. Mehr…

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Das Wir hat nichts zu melden. Vielleicht aber doch.

1. Juli 2013

 

Pro captu lectoris habent sua fata libelli

 

Die Chronik eines angekündigten Skandals

Im Februar las sich Frank Schirrmachers Buch EGO DAS SPIEL DES LEBENS wie ein Kriminalroman, mit Anmerkungen und ausführlicher Bibliographie, überaus suggestiv erzählt. Was für ein Buch wäre daraus geworden, wenn der Autor tatsächlich einen Roman geschrieben hätte? Fünf Monate später ist klar, warum es gut war, das Sachbuch wie einen Reißer zu schreiben.

Die Kalkulation ist aufgegangen. Die Rezensenten, die am Buch und am Autor ihr Mütchen kühlten, könnten sich dazu veranlasst sehen, das Buch noch einmal mit anderen Augen zu lesen. Sie haben daneben gelegen, beckmesserisch, höhnisch und irgendwie auch etwas angefressen. Denn die Idee, die Geschichte der letzten 60 Jahre, sodann die jüngste Zeitgeschichte seit Ausbruch der Finanzkrise neu zu erzählen, hat sich als fruchtbar erwiesen. Mehr…

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Die ursprüngliche Akkumulation der nächsten Gesellschaft

25. November 2012

 

In England war die Leibeigenschaft im letzten Teil des 14. Jahrhunderts faktisch verschwunden. Die ungeheure Mehrzahl der Bevölkerung (190) bestand damals und noch mehr im 15. Jahrhundert aus freien, selbstwirtschaf- <745> tenden Bauern, durch welch feudales Aushängeschild ihr Eigentum immer versteckt sein mochte. Auf den größeren herrschaftlichen Gütern war der früher selbst leibeigne bailiff (Vogt) durch den freien Pächter verdrängt. Die Lohnarbeiter der Agrikultur bestanden teils aus Bauern, die ihre Mußezeit durch Arbeit bei großen Grundeigentümern verwerteten, teils aus einer selbständigen, relativ und absolut wenig zahlreichen Klasse eigentlicher Lohnarbeiter. Auch letztre waren faktisch zugleich selbstwirtschaftende Bauern, indem sie außer ihrem Lohn Ackerland zum Belauf von 4 und mehr Acres nebst Cottages angewiesen erhielten. Sie genossen zudem mit den eigentlichen Bauern die Nutznießung des Gemeindelandes, worauf ihr Vieh weidete und das ihnen zugleich die Mittel der Feuerung, Holz, Torf usw. bot.(191) In allen Ländern Europas ist die feudale Produktion durch Teilung des Bodens unter möglichst viele Untersassen charakterisiert. Die Macht des Feudalherrn, wie die jedes Souveräns, beruhte nicht auf der Länge seiner Rentrolle, sondern auf der Zahl seiner Untertanen, und letzre hing von der Zahl selbstwirtschaftender Bauern ab. (192) Obgleich der englische Boden daher nach der normännischen Eroberung in riesenhafte Baronien verteilt ward, wovon eine einzige oft 900 alte angelsächsische Lordschaften einschloß, war er besät von kleinen Bauernwirtschaften, nur hier und da durchbrochen von größeren herrschaftlichen Gütern. Solche Verhältnisse, bei gleichzeitiger Blüte des Städtewesens, wie sie das 15. Jahrhundert auszeichnet, erlaubten jenen Volksreichtum, den der Kanzler Fortescue so beredt in seinen “Laudibus Legum Angliae” schildert, aber sie schlossen den Kapitalreichtum aus. Mehr…

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Lohn der Angst

24. Mai 2012

Die ZEIT brachte heute unter der Überschrift AM MEDIENPRANGER ein Dossier heraus. Es diskutieren Katrin Göring-Eckardt, Giovanni di Lorenzo und Frank Schirrmacher. Sie resümieren die digitalen Erregungswellen der letzten achtzehn Monate, welche Auswirkungen sie auf die Medien, den Journalismus, auf Haltungen, auf Verständnis, auch aufs Aushalten haben.

Fast zeitgleich lese ich eben in SALON folgende O-Töne aus den laufenden amerikanischen Debatten. Sie dokumentieren nicht so sehr Erregungskurven, sondern vielmehr, wie weit sich das Wahrnehmungsgerüst insgesamt an den lunatischen Rand bewegt hat. Ohne Einspruch. Ohne Korrektur.

Last month U.S. Rep. Allen West, a Florida Republican recently considered by some as vice-president material, insisted that there are “78 to 81” Democrats in Congress who are members of the Communist Party, again with little condemnation from the new right.

Mitt Romney took a question at a town hall meeting this month from a woman who insisted President Obama be “tried for treason,” without challenging, demurring from or even commenting on her assertion.

And then there’s the late Andrew Breitbart (assassinated on the orders of Obama, natch). A video from February shows him shrieking at peaceful protesters: “You’re freaks and animals! Stop raping people! Stop raping people! You freaks! You filthy freaks! You filthy, filthy, filthy raping, murdering freaks!” He went on for a minute-and-a-half like that. Speak not ill of the dead? Sen. Ted Kennedy’s body was barely cold when Breitbart labeled him “a big ass motherf@#$er,” a “duplicitous bastard” a “prick” and “a special pile of human excrement. Mehr…

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