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Artikel Tagged ‘Guido Westerwelle’

Galgenhumor

16. Dezember 2010

Der liberale Schaumburger Kreis beweist Galgenhumor. Schienen sie schon zum Putsch  gegen Guido Westerwelle entschlossen, besannen sie sich schließlich eines schlechteren. Sie brauchen ihren Chef noch als Sündenbock für die unvermeidlich gehaltenen Wahlverluste im nächsten Frühjahr.

Was für ein weitsichtiger Zynismus. Nach dem Interview Gerhart Baums heute Morgen im Deutschlandfunk könnte ihnen der Sündenbock schneller abhanden kommen, als die Putschisten fürchteten.

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Eine glänzende Gelegenheit zu schweigen

15. Dezember 2010

Schlechte Metaphern sorgen für schlechte Politik

13. Dezember 2010

Wer hätte das gedacht? Paul Krugman beschenkt den Rhetorik-Blogger mit einem Zitat, das ein Leitmotiv meiner Arbeit sein könnte:

And bad metaphors make for bad policy.

Was sind die schlechtesten politischen Metaphern dieses Jahres? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit fange ich an mit der schwäbischen Hausfrau, den Defizitsündern und der Schuldenbremse.

Schlechte Metaphern sorgen nicht nur für schlechte Politik. Sie sind auch Symptome für schlechtes Denken, verbergen und offenbaren Webfehler der Politik. Einer schlechten Metapher nachgehen heißt, sie als Symptom so lange ernst zu nehmen, bis das dahinter lauernde Syndrom in voller Hässlichkeit in den Blick gelangt. Daher mein Dank an Paul Krugman. You made my day. Mehr…

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Der Zombie im Vakuum der FDP

10. Dezember 2010

"Worauf wartet die FDP?" fragt heute Peter Carstens im Leitartikel auf Seite 1 der FAZ.

Die Frage beantwortet sich fast wie von selbst. Sie wartet auf ein Ende des Schreckens. Die Parteiführung scheint immer noch nicht begriffen zu haben, wo der Schrecken denn liegt, der die Liberalen ins Nirwana der Irrelevanz absacken lässt. Es ist ein offenkundiger Irrtum, den Schrecken allein mit dem Wiedergänger der Freiheitsstatue im Parteivorsitz zu erklären.

Im Unterschied zu dem bürgerrechtlichen intellektuellen Profil, das die Partei in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgebaut hatte, ist sie durch das Nachbeten von Marketingplatitüden auf eine single issue Position geschrumpft. In der Hinsicht ist die FDP tatsächlich die kleine hässliche Zwillingsschwester der Republikanischen Partei in Amerika. Zum Zeitpunkt ihres größten Erfolgs im September 2009 lief der Countdown, wie lange es dauern würde, bis dieser Ballon platzt. Mehr…

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Schwäbische Hausfrau

28. Oktober 2010

Die Krönung des politischen Betriebs in Berlin, die Göttin mit der blechernen Stimme, die Pein in den Tinnitus-geplagten Ohren der FDP-Abgeordneten, Birgit Homburger, wird heute in der FAZ mit den Worten zitiert:

"Es darf nicht dazu kommen, dass wir die Schulden anderer Länder bezahlen."

Was passt da nicht zusammen? Worin besteht denn ein Großteil der "Schulden anderer Länder", verehrteste Heilgsblechlerednerin Homburger? Nun, worin??? In deutschen Forderungen. Und wo befinden sich diese Forderungen, na? Wo??? In den Büchern deutscher Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen usw.

Ihr Parteivorsitzender, dem die Details der materiellen Politik inzwischen so was von egal geworden sind, dass er sie nur noch überfliegen kann, sprach davon, wie ich vorgestern hier erwähnte, dass "Spekulanten künftig an der Finanzierung von Währungskrisen beteiligt würden".

Beide, Westerwelle wie Homburger, sind in dieser Causa erstaunlich desorientiert. Deshalb sei ihnen hier kurze Nachhilfe vergönnt. Tatsächlich sagen beide – natürlich in großer Pose bzw. mit schriller Keifstimme: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

Sie sollten sich einmal mit ihrem Finanzexperten Otto Fricke über künftige gehaltvollere Äußerungen abstimmen. Dann würde klar, was sie beide – für die naive Öffentlichkeit nicht verständlich – gesagt haben: Die Inhaber von Staatsschuldenpapieren notleidender europäischer Emittenten müssen sich auf einen Forderungsverlust einlassen.

Ende der Durchsage.

 

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