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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Vorschau

24. Januar 2011

Allmählich wieder arbeitsfähig, immer noch prekär, immer noch breitbandunterversorgt, mit schelem Auge verfolge ich den Datendurchsatz, noch 1,8 GB von der Vollbremsung des USB-Sticks.

Dennoch wage ich eine Themenvorschau dieser Woche:

- ich komme zurück auf Obamas Tucson-Rede

- Mittwoch steht die State of the Union Rede auf dem Plan

- dann werde ich etwas ausführlicher über Tunesien schreiben. Dabei spielt auch eine Rolle, dass ich vor 23 Jahren, kurz nach Ben Alis Staatsstreich gegen Bourghiba, drei Monate in Tunesien gelebt habe, und damals eigene Erfahrungen mit Ben Alis Schergen machen konnte

- außerdem rekapituliere ich meine bisherigen Beiträge zum noch amtierenden Bundesverteidigungsminister, dessen Verhalten das Drama des verwöhnten Kindes vorführt. Im Zweifel sind immer die anderen Schuld, eine chronische Nervenreizung, durch welche sich zu Guttenberg in einen politischen Wiedergänger von Robert Musils Romanfigur Moosbrugger verwandelt, irgendwie scheint alles unschuldig, was er tut. Es gibt eine einzige vorhersehbare Konsequenz dieser Attitüde: Ihm wird die Loyalität aufgekündigt. Wer wagt es, zu einem Mann loyal zu sein, der das politische Reziprozitätsgebot der Loyalität so grotesk missachtet? Roman Herzogs Interview im Zeit-Magazin der letzten Woche hat das Urteil über zu Guttenberg in absentia gesprochen:

Man lebt in diesen Ämtern entgegen den umlaufenden Gerüchten sehr von der Loyalität der anderen. Wenn ich ständig öffentlich darüber rede, was der Kollege Soundso für Fehler macht, dann kann ich nicht damit rechnen, dass der den Mund hält, wenn ich mal einen Fehler mache."

Noch lebt zu Guttenberg vom Schweigen der Anderen.

- Heute werde ich etwas über die seltsame Situation in Belgien schreiben. In Deutschland gibt es den Wutbürger. In Frankreich erhebt sich die bürgerliche Würde unter dem Signum der Empörung. In Belgien demonstriert man gegen die Schande.

Schließlich trage ich etwas nach, was schon am 21. Januar fällig gewesen wäre.

Ketil Bjørnstad hat mit dem Cellisten Svante Henryson für ECM das Album Night Song eingespielt. Eine Hommage an Franz Schubert, eine fast 76-minütige Entführung aus der Kälte und der Dunkelheit in eine Melancholie, die, so paradox das klingen mag, tröstet. Besäßen Cormac McCarthys Romanfiguren des Vaters und des Sohnes aus dem Roman THE ROAD ein Abspielgerät, das auch in der Welt der Postapokalypse funktioniert, dann hüteten sie nicht nur das Feuer, dann tröstete den Sohn diese Musik über den Verlust des Vaters.

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