Die Choreographie des Spiels ist bekannt. Wenn die Musik aufhört, ist es so weit. Irgendwie muss jeder auf Deubel komm raus einen Platz ergattern. Wie plant wohl die FDP ihre Reise nach Jerusalem? Nach den Vorberichten dieses Morgens scheint festzustehen, dass Frau Homburger keinen Führungsplatz mehr ergattert. Da hat die Musik noch gar nicht zu spielen begonnen.
Tatsächlich hat die FDP-Rochade ein taktisch versierter, verschlagener Küsser von Weinköniginnen eingefädelt, der so für einen Zeitpunkt vorsorgt, den die Bambies in ihrer Rechnung noch gar nicht eingepreist haben. Denn wenn diese Regierungskoalition auseinander fliegt, dann säße der Parteivorsitzende zwischen allen Stühlen. Ohne Ministerium. Ohne Mandat im Parlament. Röslein auf der Heiden.
So weit, so schön. Die FDP wirkt insgesamt so verpeilt, dass die Frage, wer morgen auf welchem Platz sitzt, kaum etwas daran ändern wird, dass die Partei in den kommenden Wahlen flächendeckend abgestraft wird.
Hier erst rückt in den Blick, warum Rainer Brüderle, der erfolgreichste Wirtschaftsminister aller Zeiten seit der Rettung von Ninive, plötzlich so galant (und wettbewerbswidrig) nur dann für das Amt des Fraktionsvorsitzenden antritt, wenn die Dame nicht mehr kandidiert, die dieses Amt noch bekleidet. So muss man das wohl ausdrücken. Bekleidet.
Brüderle hat verstanden, dass in diesen Tagen ein Tsunami gegen den Euro über Land geht. Die unschönen Maßnahmen, die dann erforderlich werden, sollen gefälligst andere übernehmen.
Die Personalrochade der FDP bereitet ihren Wechsel in die Opposition vor. Rainer Brüderle möchte Oppositionsführer werden. So ein Schlingel!
Die Choreographie des Spiels ist bekannt. Wenn die Musik aufhört, ist es so weit. Irgendwie muss jeder auf Deubel komm raus einen Platz ergattern. Wie plant wohl die FDP ihre...
admin Allgemein Birgit Homburger, Rainer Brüderle
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