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Artikel Tagged ‘Hans Hütt’

Premiere

16. August 2013

Vor einigen Tagen schrieb der Kommentator Morph bei wiesaussieht:

Ich glaube, dass Journalisten, die sich in dieser Dynamik behaupten wollen, sehr viel stärker als früher als Personen hervortreten müssen, und das bedeutet vor allem, einen klar erkennbaren Personalstil der Schreibe und ein klar erkennbares Themenprofil zu entwickeln. Die Lage für Jounalisten wird prekärer werden, weil die Zeit der identitätsstiftenden Verlage und Presseunternehmen wohl vorbei ist; zugleich wird sie aber auch chancenreicher, weil man sich mit sehr viel persönlicheren Formen zur Geltung bringen kann. M.E. sind Leute wie Friedrich Küppersbusch oder Stephen Colbert zukunftsweisend.

Was Tilo Jung auf seinem Youtube-Kanal Jung & Naiv seit etwa einem halben Jahr macht, habe ich anfangs beiläufig, bald mit wachsender Neugier beobachtet. Die ersten Jung & Naiv- Interviews nahmen sie mit ihren iphones auf. Die Idee und das Konzept ist offenkundig beeindruckend genug, dass er und sein Produzent Alex Theiler über Krautfunding im März und April erfolgreich Geld eingesammelt haben, um mit ihrer Idee durchzustarten: Politik für Desinteressierte. Mehr…

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Jung und naiv: Sprache im Wahlkampf

3. Juli 2013

Schadsoftware in der politischen Sprache

4. Januar 2013

 

Reklame

Um 12:45 Uhr können Sie am 29.12.2012  unter dieser Adresse meinen Vortrag über den Stabilitätsanker und die Wachstumslokomotive beim 29c3 Kongress des Chaos Computer Clubs in Hamburg sehen.

Update

In der Samstagsausgabe der FAZ vom 5.1.2013 steht der für den Druck gekürzte Text des Vortrags.  Ich trage hier den Schluss des Vortrags nach:

Die Wachstumslokomotive ist ein klassisches Nebelwort. Im Nebel ihrer selbst wächst sie ins Riesenhafte. Eine Wachstumslokomotive ist ein spurgebundenes Triebfahrzeug, das hochtourig im Leerlauf vor dem Prellbock röhrt. Ihre rhetorische Karriere in der deutschen Politik erinnert mich an einen Witz aus den letzten Jahren der DDR. Was unterscheidet Lenin von Stalin und Honecker? Was machen sie, wenn ein Reisezug nicht weiterkommt, weil es kein Gleis mehr gibt? Lenin lässt die Reisenden neue Schienen verlegen und nach getaner Arbeit weiterfahren, Stalin jeden zehnten erschießen. Honecker holt ein paar raus, die am Zug rütteln, damit die Reisenden im Zug glauben, die Fahrt ginge weiter. Mehr…

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Auf der Wippe an der Klippe

18. September 2012

Die Geburt des europäischen Souveräns

4. August 2012

Die Idee war überfällig.

Sigmar Gabriel, der Vorsitzende der SPD, hatte Jürgen Habermas besucht und ihn um einen Beitrag für das Regierungsprogramm seiner Partei gebeten. Später gesellten sich der Philosoph Julian Nida-Rümelin und der Ökonom Peter Bofinger hinzu.

Heute erscheint in der FAZ dieser Beitrag von Jürgen Habermas, Julian Nida-Rümelin und Peter Bofinger. Wie so oft, wenn mehrere Autoren etwas zusammen schreiben, bleibt manches vage. Am undeutlichsten erscheint mir nach erster Lektüre, worin denn der Input dieses Essays für das sozialdemokratische Wahlprogramm des Jahres 2013 besteht. Vielleicht kommen wir dem noch auf die Spur.

Der Vorspann verspricht viel:

Ohne einen Strategiewechsel wird die Währungsunion nicht mehr lange überleben. Es bedarf eines neuen Kurses. Er muss die Rolle Europas im Rahmen der Weltpolitik definieren.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass in dem angemahnten "Strategiewechsel" der bisherigen deutschen Europapolitik zuviel Ehre erwiesen wird. Wenn es bisher Ansatzpunkte einer Strategie gab, schien sie vor allem innenpolitischer Natur mit dem Ziel, durch irreführende Rhetorik ("scheitert der Euro, scheitert Europa") und unklare bzw. für alternativlos erklärte Gesetzespakete auf Zeit zu spielen.  Nicht das angeblich wieder herzustellende "Vertrauen der Märkte", sondern das Misstrauen der deutschen Wähler bestimmt die Strategie der Kanzlerin. Jean-Claude Junckers Kritik galt nur vorgeblich den Vorsitzenden der CSU und der FDP. Er zielte auf die Kanzlerin, weil ihre Verhandlungspraxis de facto den Glauben an den Sinn einer europäischen Union unterminiert und damit zugleich den Glauben an den Sinn der gemeinsamen Währung sturmreif schießt. Mehr…

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